Innerhalb des Hagunden (Halle des Armee-zerstörenden Sterns / 破軍殿) befindet sich das innerste und heiligste Heiligtum des Schreins, das Seiōden (Halle des Königs der Sterne / 星王殿). Das Seiōden ist das Shinden (Halle der Gottheit / 神殿) des Hokushin-Jinja (Schrein des Nordsterns / 北辰神社) und beherbergt die antike Go-Shintai (den heiligen Körper der Gottheit / 御神体) des Schreins, eine hölzerne Statue der Gottheit Hokushin Myōken Sonjō-ō (des Ehrwürdigen Sternenkönigs Myōken des Nordsterns / 北辰妙見尊星王) aus der Edo-Zeit (1603–1868). Als Wohnstätte der Gottheit innerhalb des Schreins bildet das Seiōden die spirituelle Achse, um welche sich das Leben des Hokushin-Jinja dreht.
Der Name Seiōden (Halle des Königs der Sterne / 星王殿) leitet sich vom Titel Seiō (König der Sterne / 星王) ab, einem der Ehrentitel, unter denen Myōken im Verlauf der Geschichte verehrt wurde. Dieser Titel spiegelt Myōkens Rolle als himmlischer Herrscher des nördlichen Himmels und seine Identität als göttliche Verkörperung des Hokushin (Nordsterns / 北辰) wider, des unbeweglichen Zentrums, um welches sich die Sterne und Sternbilder des Himmels zu drehen scheinen. Innerhalb der kosmologischen Traditionen des Hokushin-Shinkō (Verehrung des Nordsterns / 北辰信仰) wurde der Nordstern als himmlische Achse betrachtet, welche die Ordnung des Himmels lenkt, während die umliegenden Sterne ihre ewigen Bewegungen um ihn vollziehen. Als Vergöttlichung dieses heiligen himmlischen Zentrums wurde Myōken als Seiō (König der Sterne / 星王) verehrt, dessen göttliche Autorität Harmonie und Ordnung im gesamten Kosmos aufrechterhält. Das Seiōden (Halle des Königs der Sterne / 星王殿) dient daher nicht lediglich als innerstes Heiligtum des Schreins, sondern ebenso als symbolische Darstellung des himmlischen Zentrums selbst. So wie der Hokushin (Nordstern / 北辰) unbewegt inmitten des sich drehenden Himmels steht, nimmt das Seiōden das spirituelle Herz des Hokushin-Jinja ein, von welchem sich die Gegenwart und die Segnungen Myōkens über die gesamten heiligen Anlagen ausbreiten.
Anders als das Hagunden (Halle des Armee-zerstörenden Sterns / 破軍殿), das gemeinsam mit dem Großteil des Hokushin-Jinja zwischen 2025 und 2026 errichtet wurde, ist das Seiōden (Halle des Königs der Sterne / 星王殿) ein historisches Schreinbauwerk aus der späten Edo-Zeit (1603–1868). Von den Meisterhandwerkern seiner Epoche geschaffen, zeigt das Seiōden die bemerkenswerte Handwerkskunst, für welche die japanische Schreinarchitektur während der feudalen Epochen des Landes charakteristisch war. Es wurde im traditionellen Nagare-Zukuri (Fließdach Architekturstil / 流造) gefertigt, einem der am weitesten verbreiteten Schreinbaustile Japans, dessen charakteristisches Merkmal das nach vorne verlängerte geschwungene Dach ist. Das asymmetrische Dach des shinden (Halle der Gottheit / 神殿) erstreckt sich dabei über den Eingangsbereich hinaus und bildet ein schützendes Vordach über der Treppe und dem Zugang zum Heiligtum.
Zu den bemerkenswertesten Merkmalen des Seiōden zählen seine kunstvollen Holzschnitzereien. Drachen, Wächtertiere und Wolken treten aus den tragenden Bauelementen unterhalb der Dachtraufe hervor und verwandeln funktionale architektonische Bestandteile in bemerkenswerte Kunstwerke. Besonders hervorzuheben sind die geschnitzten Drachen, deren fließende Formen sich scheinbar durch die Wolken bewegen, welche das Heiligtum umgeben. Innerhalb der Symbolik des Hokushin-Jinja erinnern diese Schnitzereien an Genbu (den Schwarzen Krieger des Nordens / 玄武) in der Gestalt des Kokuryū (des schwarzen Drachens / 黒龍), den himmlischen Wächter des nördlichen Himmels sowie den göttlichen Begleiter und Beschützer Myōkens.
Das Heiligtum wird darüber hinaus von Schnitzereien von Shishi (Löwenhunden / 獅子) und Baku (mythische traumverschlingende Wesen / 獏) geschmückt, die beide als traditionelle Schutzsymbole innerhalb der japanischen Schrein- und Tempelarchitektur dienen. Die Shishi (Löwenhunde / 獅子) werden als Wächter verehrt, die böse Einflüsse abwehren und heilige Orte beschützen, während die Baku (mythische traumverschlingende Wesen / 獏), legendäre Geschöpfe, denen die Fähigkeit zugeschrieben wird, Alpträume und Unglück zu verschlingen, ebenfalls als Beschützer gegen schädliche Einflüsse gelten. Gemeinsam bringen die geschnitzten shishi (Löwenhunde / 獅子) und Baku (mythische traumverschlingende Wesen / 獏) die Reinheit des Heiligtums zum Ausdruck und dienen als Wächter sowohl des heiligen Bauwerks selbst als auch der göttlichen Gegenwart, die ihm innewohnt.
Durch die Bewahrung des Seiōden bleibt ein greifbares Stück des heiligen und künstlerischen Erbes Japans erhalten, das den Hokushin-Jinja nicht nur mit den spirituellen Traditionen der Vergangenheit verbindet, sondern ebenso mit den Generationen von Handwerkern, deren Werk dem Dienst an den Kami (Gottheiten / 神) gewidmet war.